Die Kampagnen

Dieses Weblog befaßt sich mit Wirtschaftskampagnen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung, also insbesondere die Kampagnen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und Konvent für Deutschland.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Die Initiative wurde von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie (Gesamtmetall) ins Leben gerufen und hat ein Jahresbudget von ca. 8 Mio Euro, welches sie durch die Metallarbeitgeber erhält. Auch wenn ein Förderverein gegründet wurde: Die INSM ist finanziell abhängig von Gesamtmetall. Der Arbeitgeberverband entscheidet auch alle fünf Jahre darüber, ob es mit der INSM weitergeht.

Zentrales Kampagneninstrument sind die Kuratoren und Botschafter der INSM, die in den Medien auch als Türöffner in Erscheinung treten: Als Gäste in Talk-Shows oder Verfasser von Gastbeiträgen in Zeitungen. Laut einer Studie von Christian Nuernbergk kommt es zuweilen auch vor, daß die Beiträge für Zeitungen von der INSM verfaßt und dann nur noch mit dem Namen des Botschafters in Rücksprache mit ihm  versehen werden.

Das große Budget der INSM ermöglicht zahlreiche Aktionen wie Studien (Bildungsmonitor, Länderranking, etc.) oder ganzseitige Anzeigenkampagnen und ähnliches. Mit zahlreichen Internetauftritten versucht die INSM, verschiedene Zielgruppen anzusprechen und in möglichst viele Schichten der Gesellschaft vorzudringen.

Konvent für Deutschland

Der Konvent für Deutschland wurde unter anderem vom ehemaligen BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel gegründet, der auch Vorsitzender des Vereins ist. Der Konvent für Deutschland verfügt über einen Konventkreis, der mit den Botschaftern der INSM vergleichbar ist. Roland Berger, Oswald Metzger oder Karl Heinz Paqué sind Beispiele für personelle Überschneidungen von INSM-Botschaftern und Konventkreisangehörigen.

Während die INSM vor allem die Öffentlichkeit im Visier hat, konzentriert sich der Konvent viel stärker auf die Entscheidungsträger in der Politik. Durch zahlreiche ehemalige Politiker haben sie hier hervorragenden Zugang. Vorsitzender des Konventkreises ist der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog.

Ziel des Konvents ist die »Reform der Reformfähigkeit«, also der Umbau der staatlichen Entscheidungswege, um Reformen im Sinne des Konvents zu erleichtern. Dabei wenden sie sich zwar auch an die Öffentlichkeit, jedoch nur in zweiter Linie und nicht so intensiv wie die INSM, aber mit vergleichbaren Strategien: Konventkreismitglieder erscheinen in Talk-Shows und verfassen Gastbeiträge für Zeitungen.

Finanziell ist der Konvent vermutlich nicht so gut ausgestattet wie die INSM. Darüber läßt sich in erster Linie nur spekulieren, weil der Konvent seine Finanzen nicht offenlegen will. Getragen wird er von den Mitgliedern des Vereins, in erster Linie Wirtschaftsunternehmen.

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