wirtschaftundschule.de mit neuem Design

Die INSM hat ihr Lehrerportal wirtschaftundschule.de überarbeitet und mit einem neuen Design ausgestattet.  Bei dem Portal handelt sich um den Versuch der INSM, Lehrer als Multiplikatoren für ihre neoliberalen Botschaften zu verwenden. Ein Blick in die Unterrichtsmaterialien, die dort zum kostenlosen Download angeboten werden, zeigt dies noch immer deutlich.

So wird unter anderem im Arbeitsblatt »Sozialstaat Deutschland« für Berufsschule und Sekundarstufe II die Aufgabe gestellt, das Verhältnis von älteren Personen zu erwerbstätigen Personen des Jahres 1910 mit der heutigen Zeit zu vergleichen (Quelle, S. 11).  Die Aufgabenstellung und die vorgeschlagene Lösung (ebd. S. 12) führt dann zu der üblichen neoliberalen Propaganda, daß auf einen Erwerbstätigen ein Rentner kommt. Mit solchen Arbeitsblättern sollen die Schüler offenbar empfänglich gemacht werden für die einschlägige Argumentation, daß der Generationenvertrag nicht mehr trage.

Noch deutlicher wird die Propaganda im Arbeitsblatt »Soziale Sicherung – im Spannungsfeld von staatlicher Absicherung und Eigenverantwortung« (Quelle). Dort heißt es gleich einleitend unter dem Titel »Utopische Gerechtigkeit«: »Doch auch wenn die
Bevölkerung die Notwendigkeit von Reformen einsieht: Wenn es konkret wird, heute zurückzustecken, schrumpft schnell der Anteil derer, die wirklich bereit sind,  verantwortlich im Sinne folgender Generationen zu handeln.« (ebd. S. 1) Dann wird die vermeintliche Notwendigkeit für Reformen bei der Rente ausgeführt und vorgeschlagen, entweder die Lebensarbeitszeit zu erhöhen, die Rentenbeiträge zu erhöhen oder die Rentensteigerungen zu reduzieren (ebd.). Diese Möglichkeiten werden als alternativlos dargestellt.

Der Lerneffekt solcher Blätter ist fragwürdig. Und es ist bedenklich, wenn solche ideologischen Botschaften im Unterricht eingesetzt werden. Der Schulunterricht ist keine Indoktrinationsveranstaltung, sondern soll die Schüler zu eigenständigem Denken befähigen. Die sanfte Lenkung, die hier über die Aufgaben und Texte stattfindet, hat in Schulen nichts zu suchen. Mit der neuen Aufmachung der Seite will die INSM ihrem Angebot offenbar ein professionelleres Outfit geben. Es bleibt zu hoffen, daß die Lehrer/innen darauf nicht hereinfallen und einen Bogen um diese tendenziösen Unterrichtsmaterialien machen.

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