INSM & Co. – 4. erweiterte Auflage jetzt erhältlich

Die 4. erweiterte Auflage des Buches »INSM & Co.« ist jetzt als Taschenbuch erhältlich und wird mit entsprechendem zeitlichen Abstand auch als E-Buch in die Buchshops kommen.

Vor wenigen Tagen verschwand das Buch »Die Reformfähigkeit reformieren« aus dem Buchhandel und ist jetzt in »INSM & Co.« integriert. Somit umfaßt die 4. Auflage nunmehr neben einer intensiven Befassung mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft auch einen ausführlichen Teil zum Konvent für Deutschland, der die kurze Übersicht über diese Einrichtung aus der 3. Auflage abgelöst hat.

Auch wenn der Konvent für Deutschland in diesem Monat seine Auflösung beschlossen hat, bleibt das Thema der lobbyistischen Einflußnahme von wirtschaftsnahen Initiativen und Konventen aktuell, zumal die INSM nach wie vor mit einem guten finanziellen Polster fortbesteht. Schon zu Beginn der Entwicklung Anfang der 2000er Jahre forderten die Wirtschaftsverbände, daß sich die verschiedenen Initiativen zusammenschließen und ihre Bemühungen um die Durchsetzung einer (neoliberalen) Politik im Interesse der Arbeitgeberverbände angesichts einer rot-grünen Koalition zu bündeln.

Der ursprüngliche Zweck dieser Einrichtungen, nämlich Arbeitgeberinteressen gegenüber einer potentiell linken rot-grünen Regierung zu formulieren, hat sich inzwischen verselbständigt und wird gegenüber jeder Regierung eingesetzt, auch gegenüber der seinerzeitigen schwarz-gelben Koalition unter Kanzlerin Merkel.

Die INSM gilt auf diesem Gebiet als besonders erfolgreiches Beispiel, zumal die Strategie dieser Initiative darin liegt, Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen zu beeinflussen. Das Buch »INSM & Co.« gibt einen Einblick und eine Übersicht über die Strategien und Methoden der INSM und vergleichbarer Einrichtungen.

INSM & Co. bei BoD

INSM & Co. bei buch.de

Hinweis: Gegenwärtig ist auch noch die 3. Auflage in den Buchshops erhältlich, insbesondere auch das E-Buch. Die aktuelle Auflage ist allerdings ausschließlich die 4. erweiterte Auflage!

Advertisements
Veröffentlicht unter Buchveröffentlichung, INSM, Konvent für Deutschland | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Die 4. erweiterte Auflage von »INSM & Co.«

In den nächsten Tagen erscheint die 4. erweiterte Auflage des Buches »INSM & Co.«. Dies geht einher mit dem Rückzug des Buches »Die Reformfähigkeit reformieren« über den Konvent für Deutschland, das jetzt in »INSM & Co.« integriert wurde. Darüber hinaus wurden einige Aktualisierungen vorgenommen.

Ende November 2017 wird sich der Konvent für Deutschland auflösen. Diese Entscheidung erscheint als Folge des Todes Roman Herzogs und damit der Gallionsfigur des Konvents, sowie der Rückzug zahlreicher Geldgeber des Konvents. Ein Indiz für die rückläufige Finanzbasis stellte unter anderem auch die Einstellung der Verleihung des »Roman-Herzog-Preises« dar.

Die neue Auflage von »INSM & Co.« umfaßt 348 Seiten und wird als Taschenbuch € 12.99 sowie als E-Buch € 7.99 kosten. Im ersten Monat nach Erscheinen des E-Buches wird dies jedoch bei € 5.49 liegen. In den nächsten Tagen wird das Buch im stationären Handel bestellbar, sowie Buch und E-Buch in allen gängigen Online-Shops erhältlich sein.

Veröffentlicht unter INSM, Konvent für Deutschland | Kommentar hinterlassen

Pressemitteilungen der Bildungsministerien zum Bildungsmonitor 2017

Auch im Jahr 2017 erschien eine neue Auflage des Bildungsmonitors, der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde. Auf dieser Seite sind die Reaktionen der Bildungsministerien der einzelnen Bundesländer zusammengefaßt. Daß in einem Bundesland ein Ministerium keine Presseerklärung zum Abschneiden des Bundeslandes beim Bildungsmonitor der INSM herausgegeben hat, heißt indes nicht, daß der Bildungsmonitor in dem jeweiligen Land nicht zur Kenntnis genommen wurde, beziehungsweise sich nicht auf die Bildungspolitik des Landes ausgewirkt haben könnte.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist eine interessengebundene Ideenagentur, die durch die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln wird ebenfalls durch die Arbeitgeberverbände verschiedener Branchen finanziert. Insofern dürfte es nicht allzusehr überraschen, daß sich die Ergebnisse des Bildungsmonitors an den Interessen der Arbeitgeberverbände – hier insbesondere der Metall- und Elektroindustrie orientieren. Details zum Bildungsmonitor und eine kritische Auseinandersetzung finden sich unter anderem in der Studie »Black Box Bildungsmonitor« von Tobias Kaphegyi sowie nach wie vor in der demnächst in 4. Auflage erscheinenden Buch »INSM & Co.«.

 

Baden-Württemberg:

Keine Erklärung zum Bildungsmonitor 2017, nachdem es eine im Jahr 2016 gab

 

Bayern:

„Bildungsmonitor 2017 bestätigt Bayerns führende Rolle in der beruflichen Bildung, in der effizienten Verwendung von Mitteln für die Bildung in der Förderung von Kindern mit unterschiedlicher Begabung und unterschiedli­chem Förderbedarf“

Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle zur aktuel­len Erhebung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

MÜNCHEN. „Bayern rangiert auch im Bildungsmonitor 2017 in der Spit­zengruppe. Das Institut der Deutschen Wirtschaft bestätigt zum wiederhol­ten Mal: Junge Menschen in Bayern haben vielfältige Chancen für Ausbil­dung, Beruf und Studium. Spitzenreiter ist Bayern in der beruflichen Bil­dung und bei der effizienten Verwendung von Mitteln im Bildungswesen“, so Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle zur neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initia­tive Neue Soziale Marktwirtschaft. „Die aktuellen Ergebnisse bestätigen Bayerns differenziertes und durchlässiges Schulsystem. Dieses bereitet die jungen Menschen nach den Feststellungen des Bildungsmonitors sehr gut auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft vor“, betont Mini­ster Spaenle. Es ist auch erfreulich, dass Bayern – auch bei einer bisher schon sehr guten Positionierung – bei den Punkten in den Einzelbewertun­gen teilweise deutlich zugelegt hat.

In der beruflichen Bildung und in der effizienten Verwendung von Steuer­mitteln führt Bayern den Vergleich sogar an.

Minister Spaenle: „Die Leistungsfähigkeit des bayerischen Bildungswesens dokumentiert sich auch darin, dass in Bayern der Anteil der Schulabsol­venten, die diese ohne anerkannten Abschluss verlassen, mit am niedrigsten liegt. Damit zeigt Bayerns Schulsystem, dass es Schülern mit unterschied­lichsten Talenten und Förderbedarfen gerecht zu werden vermag.“

„Auch ein sehr leistungsfähiges Schulwesen muss ständig weiterentwickelt werden“, so Minister Spaenle: „Mit dem weitreichenden, Bildungspaket ,Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen‘, das die Staatsregie­rung nun in den Landtag eingebracht hat und das mit zusätzlich 2.000 Stel­len allen Schularten zugutekommen wird, untermauern wir unseren Willen, kräftig in Bildungsqualität zu investieren. Auf Basis der Regierungserklä­rung des Ministerpräsidenten von 2013 bauen wir den Ganztag weiter kon­tinuierlich bedarfsgerecht und flächendeckend aus. Wir eröffnen Kindern und Eltern etwa durch die Einführung offener Ganztagsgruppen auch an Grundschulen zusätzliche Wahlmöglichkeiten, die zu ihrer familiären Si­tuation und zu den pädagogischen Wünschen passen.“ Neben Ganztags­schulen in gebundener und offener Form haben auch Angebote der Kinder- und Jugendhilfe und die Mittagsbetreuung in Bayern eine große Bedeutung.

https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/10863/nr-318-vom-17-08-2017.html

 

Berlin:

Keine Presseerklärung.

 

Brandenburg:

Bildungsmonitor 2017 von geringer Aussagekraft für das Land Branden­burg

17.08.2017

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat heute ihren Bil­dungsmonitor 2017 veröffentlicht. Die Studie, die jährlich erscheint, sieht das Land Brandenburg auf Platz 12 im Ranking aller Bundesländer.

Als Brandenburger Stärken werden die Erfolge bei der Vermeidung von Bildungsarmut, der Internationalisierung sowie das gute Abschneiden der Schülerinnen und Schüler bei Vergleichstests hervorgehoben. Verbesse­rungspotenzial sieht die Studie vor allem im Hochschulbereich.

Zweifel sind angebracht, z.B. bei der Feststellung, der Anteil der Schülerin­nen und Schüler mit Fremdsprachenunterricht in der Grundschule sei mit 50,3 % unterdurchschnittlich. Dem steht entgegen, dass der Unterricht in der 1. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 3 im Bildungsgang der Grundschule für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist.

Das Bildungsministerium stellt die Methodik und Datenbasis der Studie in Frage. Der Bildungsmonitor nutzt beispielweise Studien aus den Jahren 2011 und 2012, um über Verbesserungen im Bereich Schulqualität im Jahr 2017 zu urteilen. Ergebnisse internationaler Studien wie PISA, TIMSS werden ebenfalls wiederholt, obgleich sie ausschließlich auf nationaler bzw. internationaler Ebene Bedeutung haben und keinen bundeslandspezifischen Beitrag liefern.

Das Bildungsministerium misst daher weder den in der Studie genannten Erfolgen noch den behaupteten Schwächen größere Bedeutung zu. Viel­mehr wird in diesem Jahr der für die Grundschule relevante IQB-Bil­dungstrend erwartet.

https://mbjs.brandenburg.de/aktuelles/pressemitteilungen.html?news=bb1.c.530072.de

 

Bremen:

Keine Pressemitteilung.

 

Hamburg:

Mit den zusätzlichen Pädagogen können weiterhin die hohen Standards der Hamburger Schulen aufrechterhalten werden. Im bundesweiten Vergleich investiert Hamburg damit pro Schüler weiterhin die höchsten Finanzmittel, wie erst jüngst der Bildungsmonitor ermittelt hat.“

http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/9410910/2017-08-29-bsb-schuljahresauftakt/

 

Hessen:

Keine Pressemitteilung zum Bildungsmonitor 2017

 

Mecklenburg-Vorpommern:

Bildungsmonitor 2017: Land macht Sprung nach vorn

Ministerin Hesse: Bildung nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten

Nr.154-17  | 17.08.2017  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Mecklenburg-Vorpommern hat im Bildungsmonitor 2017 einen Sprung nach vorne gemacht. Im bundesweiten Vergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt der Nordosten Platz sieben. Im Bildungsmonitor 2016 war es noch Platz elf.

„Ich freue mich darüber, dass sich die soziale Herkunft der Kinder ver­gleichsweise wenig auf ihre Bildungsergebnisse auswirkt. Das ist eine gute Nachricht. Positiv ist ebenfalls die zweithöchste Promotionsquote aller Bundesländer“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dennoch dürfen wir die Ergebnisse des Vergleichs nicht überbewerten. Der Bildungsmonitor ist keine unabhängige Studie, sondern versucht aus ökonomischer Sicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildung darzustellen. Bildungs­erfolge von Kindern und Jugendlichen dürfen wir aber nicht allein aus wirt­schaftlicher Perspektive betrachten“, mahnte Hesse.

Handlungsbedarf sieht der Bildungsmonitor beim Anteil der Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, der Altersstruktur von Lehrerinnen und Lehrern und beim Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im MINT-Bereich.

„Alle angesprochenen Themenfelder sind uns bekannt“, betonte Bildungs­ministerin Birgit Hesse. „Mit einer zielgerichteten Berufs- und Studienori­entierung wollen wir den Übergang von der Schule in den Beruf verbessern. In der Statistik müssen wir aber auch die Jugendlichen bedenken, die in eine andere Ausbildung wechseln. Grund für die Altersstruktur der Lehrerinnen und Lehrer ist das damals beschlossene Lehrerpersonalkonzept von Ge­werkschaften und Landesregierung. Im Übrigen müsste mir mal jemand erklären, was gegen erfahrene Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen spricht. Mit der Kampagne ‚Studieren mit Meerwert‛ werben wir für attrak­tive Studiengänge in den naturwissenschaftlichen und mathematisch-techni­schen Fächern. Wir wollen deutlich machen, dass es sich lohnt, einen Beruf im MINT-Bereich zu ergreifen“, erläuterte die Ministerin.

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/bm/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen/?id=130313&processor=processor.sa.pressemitteilung

Anmerkung: Ministerin Birgit Hesse, SPD

 

Niedersachsen:

Keine Pressemitteilung

 

Nordrhein-Westfalen:

Keine Pressemitteilung

 

Rheinland-Pfalz:

Keine Pressemitteilung

 

Saarland:

Bildungsmonitor 2017: Saarländische Schulen machen bundesweit die größten Fortschritte

Spitzenplatz bei der Integration: Herkunft der Schüler_innen entscheidet nicht über Bildungserfolg

Pressemitteilung vom 17.08.2017 – 12:30 Uhr

Bildungsminister Ulrich Commerçon zeigt sich erfreut über die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2017. Den größten Erfolg bundesweit verbucht das Saarland bei der Bildungsgerechtigkeit und Integration. „Im Saarland ent­scheidet nicht die Herkunft der Kinder oder der Geldbeutel der Eltern über Abschlüsse und Schulerfolge, sondern was die Schülerinnen und Schüler im Kopf haben. Zudem erlangen bei uns deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Herkunft die Studienberechtigung. Auch das ist ein Riesenerfolg!“

Die von den Arbeitgeberverbänden in der Metall- und Elektroindustrie finanzierte „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat heute ihren „Bil­dungsmonitor 2017“ veröffentlicht. Danach belegt das Saarland Rang 6 im Vergleich der Bildungssysteme aller Bundesländer und verbessert sich das dritte Jahr in Folge am stärksten gegenüber den anderen Bundesländern.

Commerçon: „Bei meinem Amtsantritt 2012 lag das Saarland, was die Lei­stungsfähigkeit des Bildungssystems angeht, noch auf Platz 14. Heute bele­gen wir bereits den 6. Platz. Wir konnten in den vergangenen drei Jahren nicht nur den größten Fortschritt im Bildungssystem insgesamt erzielen, sondern verbuchen auch bundesweit den Bestwert bei der Bildungsgerech­tigkeit und Integration: Im Saarland entscheidet weniger die Herkunft der Kinder oder der Geldbeutel der Eltern über Abschlüsse und Schulerfolge, sondern was die Schülerinnen und Schüler im Kopf haben.Zudem erlangen bei uns viele Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Herkunft das Abitur. Auch das ist ein Riesenerfolg!“

So geht aus dem Bildungsmonitor hervor, dass fast doppelt so viele Schüle­rinnen und Schüler mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an den beruflichen Schulen die Studienberechtigung erlangten (Saarland: 13,7 Prozent, Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent). Auch an allgemeinbildenden Schulen erwarben überdurchschnittlich viele Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine Studienberechtigung wie Abitur oder Fachhoch­schulreife (Saarland: 10,2 Prozent, Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent).

„Wir haben in den vergangenen Jahren den Fokus stärker auf eine gezielte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler gelegt. So konnten Lerndefizite frühzeitig erkannt und ausgeglichen werden, sodass Schülerin­nen und Schüler immer seltener die Schule ohne Abschluss verließen oder Klassen wiederholten“, so Commerçon.

Die Wiederholerquote – zeigt der Bildungsmonitor 2017 – lag in der Se­kundarstufe I mit lediglich 1,3 Prozent deutlich unterhalb des Bundesdurch­schnitts von 2,6 Prozent.

Handlungsbedarf sieht die Studie hingegen beim Ganztagsunterricht in den weiterführenden Schulen: „Wir haben in den vergangenen Jahren den Ganztag in Grundschulen flächendeckend ausgebaut. Davon sind wir bei den weiterführenden Schulen noch ein gutes Stück entfernt. Deshalb fordere ich für alle Schülerinnen und Schüler einen Rechtsanspruch auf Ganztags­schule.“

https://www.saarland.de/SID-10B1FD7B-8BC3C0B6/59844_227003.htm

 

Sachsen:

Bildungsstudie: Sachsen hat bestes Bildungssystem

Sachsen hat das beste Bildungssystem in Deutschland. Zum zwölften Mal in Folge ging der Freistaat als Sieger aus dem Bildungsmonitor hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auf­trag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von zwölf Handlungsfeldern und 93 Indikatoren die Bildungssysteme der Bundesländer.

Kultusministerin Brunhild Kurth zeigte sich erfreut über den erneuten Spit­zenplatz. „Die Studie belegt, dass Sachsen nicht nur über eines der lei­stungsfähigsten, sondern auch sozial gerechtesten Schulsysteme in Deutschland verfügt. In Zeiten eines tiefgreifenden Generationswechsels in den Lehrerzimmern ist dieser Erfolg nicht selbstverständlich und nicht zuletzt auch der sehr guten Arbeit der Lehrerinnen und Lehrern zu verdan­ken“, sagte die Kultusministerin.

Sachsen schneidet in den meisten der zwölf untersuchten Handlungsfeldern sehr gut ab. Besondere Stärken weist Sachsen bei der Förderinfrastruktur (Platz 1), der Schulqualität (Platz 1) und der Vermeidung von Bildungsar­mut (Platz 1) auf. Defizite gibt es für Sachsen bei der vergleichbar hohen Zahl von Schülern ohne Hauptschulabschluss. Kritisiert wird auch die un­ausgewogene Altersstruktur der Lehrer. Nur in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sei die Altersstruktur der Lehrer schlechter.

Ausgewählte Ergebnisse für die Schulen aus dem Bildungsmonitor 2017

Förderinfrastruktur (1. Platz): Um eine bessere soziale Teilhabe am Bil­dungssystem zu erreichen, bedarf es einer hochwertigen Infrastruktur zur individuellen Förderung der Kinder, heißt es in der Studie. Sachsen weise dabei hohe Ganztagsquoten in den Kindertageseinrichtungen und Grund­schulen auf. So besuchten laut Bildungsmonitor in Sachsen 85,6 Prozent der Grundschüler im Jahr 2015 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 34,4 Prozent). Dies sei die zweithöchste Quote aller Bundesländer. Deutlich überdurchschnittlich sei mit 68,9 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I ausgefallen (Bundesdurchschnitt: 41,5 Prozent). Darüber hinaus seien im Jahr 2016 von den Drei- bis Sechsjährigen 80,9 Prozent der Kinder in Sachsen ganztägig betreut worden (Durchschnitt: 44,5 Prozent). Im Jahr 2016 hätten außerdem 10,4 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulab­schluss (drittbester Wert; Bundesdurchschnitt: 6,4 Prozent).

Bildungsarmut (1. Platz): Die guten Bedingungen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe machen sich beim Ziel der Vermeidung von Bildungsar­mut bezahlt, heißt es in der Bildungsstudie weiter. Bei der IQB-Bildungs­studie im Lesen aus dem Jahr 2015 sei in Sachsen eine relativ geringe Risi­kogruppe festgestellt worden. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler in der 9. Klassenstufe, der nur über sehr geringe Kompetenzen im Lesen ver­füge, sei in Sachsen besonders gering. Verbesserungspotenzial bestehe jedoch bei der Quote der Schüler ohne Hauptschulabschluss. Diese lag im Jahr 2016 bei 8,2 Prozent, während sie im Bundesdurchschnitt 5,6 Prozent betrug. Beim Anteil der erfolgreichen Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr erreiche Sachsen dagegen den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Sachsen 79,3 Prozent; Bundesdurchschnitt 57,9 Prozent.

Schulqualität (Platz 1): Aufgrund der sehr guten Ergebnisse bei den jüng­sten IQB Schulleistungstests in Mathematik und Naturwissenschaften sowie im Lesen erreicht Sachsen Platz 1 bei der Schulqualität, heißt es im Bil­dungsmonitor 2017.

Inputeffizienz (9. Platz): Verbesserungsbedarf sehen die Autoren der Studie bei der Inputeffizienz. Die Altersstruktur der Lehrer an den allgemeinbil­denden Schulen sei unausgewogen. Sachsen weise hier die vierthöchste Heterogenität auf. Auch bei der Altersstruktur an den beruflichen Schulen bestehe Verbesserungsbedarf.

Weitere Ergebnisse auf der Website http://www.insm-bildungsmonitor.de

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/212846?page=4

 

Sachsen-Anhalt:

Keine Pressemitteilung

 

Schleswig-Holstein:

Bildungsministerin Karin Prien zum Bildungsmonitor

Datum 17.08.2017

„Ausbau des Ganztagsangebotes ist notwendig, braucht aber Unterstützung des Bundes“

KIEL. Bildungsministerin Karin Prien macht sich für den Ausbau und die Verbesserung des Ganztagsangebotes in Schleswig-Holstein stark. „Viele Ganztagsangebote sind unterfinanziert und es gibt noch immer 34 Grund­schulen, die gar kein Ganztagsangebot vorhalten. Das wollen wir ändern“, sagte sie heute (17. August) in Kiel mit Blick auf den jüngsten Bildungs­monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaft. „Die Eltern im ganzen Land sollen sicher sein, dass ihre Kinder auch nach Schulschluss gut betreut wer­den“, so die Ministerin. Sie verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem die Modernisierung und der Ausbau eines verlässlichen Ganztagsangebotes an den Grundschulen bis 2022 vereinbart seien. Dazu werde die Landesregie­rung mit den Schulträgern über eine Neuordnung der Finanzierung beraten. „Angesichts der unterschiedlichen Finanzkraft der Länder sehe ich aber auch den Bund in der Pflicht, denn das sehr unterschiedliche  Ganztagsan­gebot in den Ländern widerspricht dem Gebot der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Ländern“, sagte Ministerin Prien.  Ihrer Ansicht nach würde sich ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz positiv für Schleswig-Holstein auswirken: „Wir haben da eine klare Erwartungshaltung an die nächste Bundesregierung.“

Zum heute vorgelegten Bildungsmonitor hob die Bildungsministerin hervor, er betrachte zwar richtigerweise die Bildungsbereiche Kita, Schule und Hochschule insgesamt, sei aber vor allem aus der Interessenlage der Wirt­schaft geschrieben und gebe daher nicht die gesamte Leistungsstärke des schleswig-holsteinischen Bildungssystems wieder: „Dennoch gilt: Defizite müssen erkannt und benannt werden, um sie abstellen zu können“, sagte Prien. Daher finde sie etwa den Hinweis darauf, dass Schleswig-Holstein seine Bildungsausgaben erhöhen müsse richtig und wichtig; sie verwies darauf, dass dieses Ziel im Koalitionsvertrag der Landesregierung formu­liert sei und nicht ohne Grund auf allen Ebenen bessere Bildung  Schwer­punkt der Regierungsarbeit sei.

Auch der kritische Bildungsmonitor-Hinweis auf Defizite in Schleswig-Holstein bei den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissen­schaften, Technik) sei nicht unberechtigt, sagte die Ministerin. Sie kündigte eine umfassende MINT-Offensive in allen Schularten an, um den mathema­tisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu stärken – so stehe es auch im Ko­alitionsvertrag. Schulprogramme und Lehrerfortbildungen würden ausge­baut, insbesondere wolle man Mädchen und junge Frauen für den MINT-Bereich noch mehr begeistern. „Um gute Grundlagen zu legen und weniger fachfremden Unterricht erteilen zu müssen, wollen wir zukünftig Lehrkräfte an den Grundschulen einstellen, die mindestens eines der Fächer Deutsch oder Mathematik studiert haben. Auch eine vertiefte Zusammenarbeit zwi­schen Schulen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtun­gen und die Digitalisierung bieten hier neue Perspektiven“, sagte Bildungs­ministerin Prien.

Bei der Quote an unversorgten Bewerbern in der beruflichen Bildung schneidet Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor mit 12,6 Prozent (Bun­desschnitt 9,5 Prozent) nicht gut ab. Daher wolle die Landesregierung Ko­operationen von berufsbildenden Schulen, dem Handwerk, den Kammern und den Unternehmensverbänden und freien Trägern sowie mit der Bun­desagentur für Arbeit weiter intensivieren sowie Jugendberufsagenturen weiter ausbauen und weiter für junge Geflüchtete über 18 Jahren und unab­hängig von ihrem Aufenthaltsstatus Sprachunterricht, Ausbildungsvorbe­reitung und Ausbildungsbegleitung organisieren. „Wir wollen Geflüchteten über 18 Jahren weiterhin die Möglichkeit auf den Besuch einer Berufs­schule einräumen. In einem ersten Schritt stellen wir dafür 20 zusätzliche Stellen zur Verfügung. Aber – wenn wir das für alle anbieten wollen – braucht es zusätzliche Bundesmittel. Dafür setzen wir uns ein“, sagte Mini­sterin Prien.

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Presse/PI/2017_neu/August_2017/III_Bildungsmonitor.html

 

Thüringen:

Keine Pressemitteilung

Veröffentlicht unter INSM | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Bildungsmonitor 2016: Pressemitteilungen der Bildungsministerien

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), eine interessengebundene Ideenagentur, die durch die Metall-Arbeitgeber finanziert wird, ihren Bildungsmonitor. Diese INSM-Dauerstudie wird von entsprechend ideologisch ausgerichteten Politikern als Gradmesser für die Bildungspolitik betrachtet. Regelmäßig freuen sich gut bewertete Bundesländer über ihr Abschneiden in diesem Ranking, das sich vor allem an den Interessen der Arbeitgeberverbände ausrichtet. Eine kritische Studie zum Bildungsmonitor veröffentlichte vor einigen Jahren Tobias Kaphegyi, dessen Feststellungen auch auf die folgenden Bildungsmonitore passen.

Auch in diesem Jahr haben sich mal wieder diverse Bundesländer zum Bildungsmonitor geäußert, und zwar:

Baden-Württemberg

Bayern

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Saarland

Sachsen

Besonders kritisch setzt sich der Bildungsminister in Mecklenburg-Vorpommern mit der INSM-Dauerstudie auseinander. Bildungsminister Mathias Brodkorb kritisiert, daß die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern gut bewertet, das Wechseln der Auszubildenden zwischen den Stellen schlechte Noten nach sich ziehe, obwohl beides die gleiche Ursache habe. Der Bildungsmonitor, so Brodkorb, versuche aus wirtschaftlicher Sicht gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Bildung darzustellen. Sein Urteil: Der Bildungsmonitor sei keine geeignete Grundlage, aus der Bildungsreformen abzuleiten seien.

Vorsichtige kritische Töne gibt es in Bayern und Hessen. Dem bayerischen Bildungsminister gefällt die Einschätzung der INSM nicht, daß die Quote der Ganztagesbetreuung von Kindern zu niedrig sei und betont die Wahlfreiheit der Eltern, nicht ohne auf das Landeserziehungsgeld und das Betreuungsgeld hinzuweisen.

In Hessen gefällt dem Ministerium nicht, daß im Handlungsfeld Schulqualität alte Zahlen herangezogen werden, die zudem aus nur einer Studie stammen. Dies aber, so heißt es zugleich entschuldigend, sei der Methodik der Studie geschuldet. Bayern und Hessen lassen dennoch keinen Zweifel daran, daß die Studie für sie ein Maßstab für Bildungsqualität sei.

Weitgehend wird darauf hingewiesen, daß die Studie durch das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt wird. Der Hinweis, daß diese durch die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie finanziert werden, findet sich nur in der Presseerklärung des Saarlandes, die sich ansonsten die Ergebnisse der Studie zueigen macht.

Die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in diesem Jahr auf eine Pressemitteilung zum Bildungsmonitor verzichtet.

 

Veröffentlicht unter INSM | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Neue aktualisierte Auflage: INSM & Co.

Die dritte überarbeitete und aktualisierte Auflage von »INSM & Co.« ist jetzt veröffentlicht und bereits als Taschenbuch über diverse Online-Shops und den Buchhandel zu beziehen:

INSM & Co. bei buch.de

INSM & Co. bei thalia.de

INSM & Co. bei buecher.de

INSM & Co. bei jpc.de

INSM & Co. bei BoD

Innerhalb der nächsten Wochen wird das Buch auch als E-Buch erhältlich sein. In den ersten beiden Wochen nach der Veröffentlichung wird das E-Buch € 3.99 danach € 6.99 kosten. Das Taschenbuch ist für € 9.99 erhältlich.

Veröffentlicht unter INSM | Kommentar hinterlassen

INSM-Bildungsmonitor 2015

In den nächsten Tagen ist mit der Veröffentlichung des Bildungsmonitors der durch die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zu rechnen. Wie jedes Jahr steht zu erwarten, daß in den Medien einmal mehr die Ergebnisse dieser INSM-Dauerstudie referiert werden ohne die Grundlagen zu hinterfragen. Wer sich für diese interessiert, sei auf die Studie »Black Box Bildungsmonitor« von Tobias Kaphegyi verwiesen. Sie ist zwar nicht ganz neu, kann aber auch auf den aktuellen Bildungsmonitor angewendet werden, weil sich die Grundlagen nicht verändert haben:

Black Box Bildungsmonitor Langfassung

Black Box Bildungsmonitor Kurzfassung

Veröffentlicht unter INSM | Kommentar hinterlassen

Abschied von der Demokratie in Europa?

Neben der menschlichen Tragödie in Griechenland, die durch die Auflagen der Gläubiger verschärft werden dürfte, sagt das Vorgehen der Euro-Gruppe auch einiges über das demokratische Verständnis und Selbstverständnis in Europa aus. Dies hängt auch mit der zunehmenden Zahl von (völkerrechtlichen) Verträgen zusammen, die in den letzten Jahrzehnten geschlossen wurden, und zu denen letztlich auch TTIP zählt.

Genaugenommen wird mit einer zunehmenden Zahl von Verträgen die eigentliche Demokratie ausgehöhlt, wie in Griechenland zu beobachten ist. Die Botschaft der sogenannten »Euro-Rettung« lautet doch: »Egal, wen Ihr wählt, die Verträge stehen fest und Ihr habt Euch daran zu halten!« Es kommt also nicht mehr darauf an, was die jeweilige Partei, die am Ende auch an die Macht gelangt, im Wahlkampf versprochen hat, oder welche politischen Überzeugungen sie haben: Sie sind eingezwängt in ein Korsett immer mehr werdender Verträge zwischen den Staaten, in den politische Ziele und Maßnahmen, die nicht unerheblich von ideologischen Auffassungen geleitet sind, festgeschrieben werden.

Damit geht allerdings der Kern des Wahlaktes verloren, nämlich die Beauftragung einer Regierung mit der Durchführung einer in der Wahlkampfauseinandersetzung zwischen den Parteien dargestellten Politik. Das ist die Kehrseite der einseitigen neoliberalen Ideologisierung und die Folge der zunehmenden Zahl von Verträgen zwischen den Staaten innerhalb und mit Staaten außerhalb der Europäischen Union. Erschwerend kommt hinzu, daß diese Verträge überwiegend auf der Ebene der Regierungen ausgehandelt werden und die Parlamente nur noch wenig Einflußmöglichkeiten im abschließenden Ratifizierungsverfahren haben, wollen sie die eigene Regierung nicht international düpieren.

Mit solchen Verträgen werden jedoch künftige Regierungen und Parlamente auf bestimmte Ziele festgelegt. Das Ergebnis sieht man in Griechenland: Gegen den eigentlichen Willen der Regierung und gegen das Votum der Bevölkerung wird nun die von den Gläubigern – und insbesondere von der deutschen Regierung – geforderte Sparpolitik umgesetzt. Das System der Verträge hat sich gegen die Demokratie durchgesetzt. Eine Alternative, die von der hierzu demokratisch legitimierten Regierung Tsipras angestrebt wurde, stand innerhalb der Europäischen Union nicht zur Debatte.

Das ständige Gerede von der »Verläßlichkeit« bedeutet, so gedeutet, nichts anderes, als daß die souveräne Entscheidung der Bevölkerung hinter die in den Verträgen einmalig formulierten Interessen doch eigentlich für alle Zeiten zurückzutreten hat. Dies mag sich Angela Merkel unter einer »marktkonformen Demokratie« vorstellen, aber damit hat sich die Demokratie wirtschaftlichen Interessen untergeordnet, was eigentlich nicht ihr Sinn ist. Denn alle Bereiche der Gesellschaft, auch die Wirtschaft, haben sich den durch das Volk demokratisch direkt legitimierte Parlament unterzuordnen – und nicht umgekehrt.

Veröffentlicht unter INSM | Kommentar hinterlassen